Do

21

Feb

2013

Bein ab – immer noch besser als arm dran! Schon wieder ein Jahrestag

  

Nur noch Jahrestage im Moment. Am 10.02. war mein zweiter 2. Geburtstag, da da zum Glück mein Herz wieder seine Arbeit aufnahm.

 

Wir haben an dem Tag Linas neues Schlafzimmer eingerichtet und nicht sonderlich gefeiert. Aber dran gedacht haben wir natürlich schon, denn ohne diesen Jahrestag wäre das Einrichten gar nicht möglich gewesen, sondern es hätte vielleicht eher ein Friedhofsbesuch auf dem Plan gestanden. Aber an sowas wollen wir gar nicht erst denken.

Meine Eltern kamen sogar zum Gratulieren vorbei. :) (Eigentlich wolllten sie sich sicher hauptsächlich das neue Zimmer angucken. ;))

 

Heute vor 2 Jahren war also die OP, in der mir der rechte Unterschenkel amputiert wurde. Zum Glück lag ich noch im Koma und hab nichts davon gewusst oder danach Schmerzen gehabt oder so.

 

Pünktlich zum 2. Jahrestag hatte ich heute die Genehmigung meiner Krankenkasse im Briefkasten für eine neue Versorgung mit einem Liner und einem Prothesenschaft.

Fast als wollten sie mir ein Jahrestagsgeschenk machen, oder? Naja, ganz so war es nicht. Ich hatte gestern telefonisch eine etwas längere Diskussion mit der Sachbearbeiterin und konnte sie aber ja nun scheinbar überzeugen. ;)

Im Diskutieren bzw. Argumentieren war ich schon immer recht überzeugend. Und wenn ich etwas unbedingt will, dann klappt es (meistens) auch.

 

Ihr müsst euch das so vorstellen, wenn die Prothese nicht mehr gut sitzt, als hättet ihr Schuhe an, die total drücken und total unbequem sind. Und wenn man dann neu versorgt wird und alles wieder passend gemacht wird, ist es als würde man seine bequemsten Schuhe anziehen. Alle verstanden? Ja, oder?

 

Naja, auf jeden Fall freue ich mich. Denn ich habe mich nun auch für eine andere Art der Befestigung der Prothese entschieden, die ich auch schon ein paar Tage getestet habe.

Damit sitzt sie viel fester und man fühlt sich beim Laufen sicherer. Bisher war es so, dass ich über Bein und Prothese eine sogenannte Kniekappe hatte, die das Ganze zusammen halten sollte. Tja, 1. hatte man so eine zusätzliche Schicht auf der Haut und hat noch leichter geschwitzt und 2. sind diese blöden Teile ständig kaputt gegangen beim Hinknien z.B. Aber versucht mal einer 4-jährigen zu erklären, dass ihr leider nicht auf ihre Höhe kommen könnt, weil sonst das Teil reißt. Naja, war ein Riss drin, hielt es nicht mehr richtig, zischte beim Laufen, was auch echt spaßig ist und wenn ich z.B. auf einem Barhocker saß und die Beine baumeln ließ, rutschte die Prothese einfach runter und das Bein war dann locker mal 5-10 cm länger als das „Echte“ Superschick, echt jetzt!

 

Naja, das gehört dann zum Glück bald der Vergangenheit an und da freu ich mich drauf! :D

 

Was die psychische Geschichte angeht, hatte ich am Dienstag meinen 1. Termin bei einer Psychologin. Es war ein sehr erkenntnisreiches Gespräch, sodass ich schon jetzt manche Reaktionen von mir selbst, von meinem Mann und vor allem von unserer Tochter, viel besser verstehe, einordnen und dementsprechend darauf reagieren kann.

 

Dass das Ganze jetzt ans Licht kommt, ist ganz normal, weil jetzt das erste Mal sowas wie Normalität einkehrt. Bisher bestand alles nur aus Therapieterminen, Terminen bei Ärzten, im Sanitätshaus usw. Da ging es sozusagen nur ums vorwärts kommen. Naja, und jetzt hab ich Zeit zum Grübeln. Sie hat es mir so erklärt, dass alles erstmal in die Schublade „noch unbearbeitet“ gepackt wurde und diese jetzt halt aufgeht und darum die Psyche anfängt zu arbeiten und ich zu grübeln. Da muss ich wohl nun durch, aber auch das werden wir packen! Ich kann zu ihr kommen, wann immer mir danach ist und bleibe für die Zeit, die ich es brauche, in ihrer Behandlung. Ist auch ganz angenehm, sich mal mit jemandem, der mit dem Ganzen nichts zu tun hatte, einfach drüber zu unterhalten. Na und wenn es dann noch hilft, ist doch noch besser. :)

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