Fr

07

Dez

2012

Die wohl lustigste Pinkelpause der Welt

Hallo ihr Lieben!

Ja, es gibt mich noch und ja, auch diese Seite gibt es noch und ich habe Einiges nachzuholen.

Dann will ich mal anfangen.

 

Wie ihr ja wisst, stand Anfang Dezember unsere Heimreise aus der Reha auf dem Plan, die wir natürlich auch angetreten haben.

 

Wie es eben so ist, hatte der Wetterbericht keinen Schnee vorausgesagt. Was war? Wir mussten uns erstmal einen Handfeger leihen und haben so mit meiner Geldkarte (Eiskratzer ist doch was für Weicheier ;)) und dem geliehenen Handfeger von der netten Rezeptionistin mein Auto von Schnee und Eis befreit und waren dann erstmal eine gute Dreiviertelstunde bis zur Autobahn unterwegs. :P Ihr kennt das sicher, wenn 3 Krümel Schnee fallen und alle Autos plötzlich nur noch 30 km/h fahren können.

 

Ab der ersten Autobahn war zum Glück alles frei!

Aber wie es eben so ist mit einem gut funktionierenden Nierchen, muss man eben auf einer längeren Strecke auch mal eine Pinkelpause machen. Meine Mutti meinte zwar erst, ich solle nicht davon sprechen, dann schaffen wir's bis nach Hause, aber nee, nee! So läuft das schließlich nicht.

 

Also, schicken Rasthof  bei Brandenburg ausgesucht - ich halte ja grundsätzlich nicht an diesen vereinsamten Toilettenhäuschen an, bei denen das Einzige, was leuchtet, das WC-Schild über der Tür ist.

 

Dann ging's los:

 

Erstmal ausgestiegen, da guckst du das erste mal doof, wenn dir der Gummifuß (Lina und ich nennen so liebevoll meine Prothese) beim Jacke anziehen langsam weg rutscht, ohne dass du es merkst und du dann relativ breitbeinig da stehst.

Meine Mutti hat mich gerettet. Festgekrallt an ihrem Arm haben wir zusammen die paar Meter Glätte bis zum Eingang zurückgelegt. Da fiel mir plötzlich ein, dass es sicher Geld kostet, ein gepflegtes Klo zu benutzen, mein Portemonnaie (ja, ich schreibe das noch immer so, weil ich die andere Schreibweise gruselig finde) aber im Auto geblieben ist (ich weiß, macht man nicht - ist mir auch nur dieses eine Mal passiert - wirklich!). Mutti rettet schon wieder die Situation, denn sie hat ihr Portemonnaie dabei. Wir folgten den Hinweisschildern und standen plötzlich vor einer Art Drehkreuz mit so 'ner (stellt euch vor, wie ich meine Arme von links nach rechts ausbreite so weit es möglich ist) Bedienungsanleitung! Das Problem war, es war recht dringend! Ihr kennt ja meine Trinkmengen!

 

Scheiß drauf - Geld rein und jut! Jeder musste 50 Cent bezahlen, haben wir nicht, egal, Automat wechselt, also war die 1-Euro-Münze perfekt für uns beide. So erhielt jeder ein Ticket und das Drehkreuz ließ einen durch. OK, ich durfte zuerst, war dringender. Es stand also jeder von uns auf einer Seite des Drehkreuzes und das Einzige, was wir sahen, war das große leuchtende Symbol fürs Männerklo. Und wo dürfen die Frauen gehen? Hab ich schon erwähnt, dass es echt dringend war? Vorsichtshalber bin ich dann erstmal durch den Durchgang mit dem Männerzeichen gegangen um zu schauen, ob sich da nicht doch noch irgendwo das Frauenklo versteckt (Ja, klar!!). So landete ich in einem Raum voller Pissbecken, glücklicherweise ohne anwesende Männer und dann die Rettung: Dort gab es auch 2 richtige Toiletten und es war noch immer dringend!! In der Hoffnung, dass diese aufgrund der Pissbecken nicht ganz so häufig benutzt werden, stürzte ich in eine der Kabinen rein und wurde endlich, endlich dieses dringende Bedürfnis los! Meine Mutti ist ja anständig und wollte noch nicht aufs Männerklo gehen und wartete draußen. Als ich zu ihr um die Ecke guckte, verbot sie gerade einem Mann am Drehkreuz, der wohl auch nur kurz mal musste, aufs Klo zu gehen, und zwar mit dem Worten: "Halt, da können Sie jetzt nicht rein, da ist gerade meine TOCHTER drin!" Na, merkt ihr was? Der Mann fand den Fehler und hat dementsprechend ängstlich und reserviert geguckt. Ich möchte bis heute nicht wissen, was für ein Bild er von mir im Kopf hatte, bis er mich sah. Ich entschied mich fürs Flüchten, da Mutti mir sagte, mittlerweile wüsste sie auch, wo das Frauenklo ist. Hände waschen konnte ich dann also dort und der arme Mann durfte nun auch aufs Klo.

 

Wo war das Frauenklo? GENAU GEGENÜBER!! Und mit einem genau so riesigen leuchtenden Schild. Aber zu unserer Entschuldigung. Das riesige Schild war etwas versteckt angebracht UND bei uns gab es keinen Durchgang sondern eine als Wand getarnte automatische Schiebetür, die aber erst aufgeht, wenn man davor steht. Tja, wir standen in der Not aber nicht davor, sondern zu weit weg, also nix mit automatischem Öffnen.

1. Lachkrampf! Szenenwechsel!

Wir beide im Frauenklo, Mutti in einer Kabine, ich bei den Waschbecken zum Hände waschen. Tücher waren alle und den Händetrockenpustefönautomaten habe ich nicht in Gang bekommen (tatsächlich!!). 2. Lachkrampf naht. Also, kurzentschlossen zu Muttis Kabine mit den Worten: "Gib mir mal Klopapier zum Hände abtrocknen!" Was passiert! Tür geht auf und meine Mutti reicht mir genau ein (!!) Blatt 1- maximal 2-lagiges Klopapier für meine 2 tropfnassen Hände. 2. Lachkrampf! Szenenwechsel!

Wir stehen auf der Rückseite des Drehkreuzes und wollen den Laden verlassen. Da fällt mir links neben dem Drehkreuz ein Notausgang-Schild auf. Ca. in Kniehöhe. Höh?! Ich bemerke dort eine Art Torwand, die allerdings nicht den Ausschnitt für einen Fußball hat, sondern für 2 Kinder. Bei der Vorstellung, dass man sich IN DER NOT klein machen muss, um sich durch diese beiden Ausschnitte zu pressen, tritt unaufhaltsam der 3. Lachkrampf ein! Ja, wir hatten Spaß!!

 

Zurück im Auto verläuft der Rest der Heimfahrt ohne weitere besondere Vorkomnisse und wir kamen gut zu Hause an! :)

 

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