Fr

12

Okt

2012

Rückblick Freitag - Tag 3 nach der OP

Freitag, der 12.10.2012 war ein sehr turbulenter Tag, mit dem niemand gerechnet hatte...

 

Glück war, dass mir morgens zumindest meine Prothese wieder einigermaßen passte, sodass ich kurz aufstehen konnte. Vom Liegen im Bett hatte ich nämlich mittlerweile schlimme Rückenschmerzen.

 

Die Physiotherapie war kurz da, wir haben eine Runde über den Flur gedreht und dann kam auch schon ein Arzt mit der ersten schlechten Nachricht. Mein Kreatinin war gestiegen, zwar nur um ca. 30 Punkte auf 340 (Stand Mittwoch 343, Stand Donnerstag 308 - zu Dialysezeiten immer um die 600). Da war mir kurzzeitig gar nicht gut, ich habe kaum Frühstück runtergebracht und vor lauter Schreck wirkte sofort mein Abführmittel, dass es morgens für uns beide gab. :P

 

Das war lustig, es gab "Bifiteral", was die Schwestern mit Bifi abkürzten. So ist meine Mutti nach dem Frühstück, als sie das besagte Schnäpschen schon getrunken hatte, erstmal ums Tablett gelaufen und hat nach der Bifi gesucht. ;D

 

Da ja am Vortag festgestellt wurde, dass meine Gebärmutter vergrößert aussah und da auch ein schwarzer Fleck drin war, von dem zwar vermutet wurde, dass er auf eine bevorstehende Blutung hindeutet, wurde ich sicherheitshalber zur Untersuchung in die gynäkologische Ambulanz gebracht.

Das war erst auch eine recht grenzwertige Erfahrung. Ich im Nachthemd, mit auffälliger Beinprothese, Bademantel drüber, Blasenkatheter, 2 Wunddrainagen (den Infusionsständer hatten wir im Zimmer gelassen) im Rollstuhl für schwergewichtige (der hatte irgendwie Üüüüüüüüüüüberbreite) und nicht zu vergessen Mundschutz, sitze dort im Wartezimmer zwischen ein paar anderen Frauen, denen man ihre Angst davor, welche schlimme Krankheit ich übertragen könnte, förmlich in den Augen ablesen konnte.

Hm, dabei war der Mundschutz ja nur zu MEINEM Schutz... ;)

Die Transportfrau raste mit mir durch die Gänge, dass mir die Augen vom Fahrtwind tränten.

 

Am Abend vorher im Zimmer beim Ultraschall wurde wie gesagt eine bevorstehende Blutung vermutet, die Gynäkologin am nächsten Tag erwartete mich allerdings mit der Schockbotschaft, dass mein Schwangerschafts-HCG-Wert außergewöhnlich hoch liegt und dass das jetzt nochmal genau kontrolliert werden müsste. Mir wurde abwechselnd heiß und kalt, denn wenn ich mit allem gerechnet habe, damit nicht.

 

So wurde also das beste Ultraschallgerät und der Oberarzt dazu geholt und sehr schnell wurde festgestellt, dass das in der Gebärmutter tatsächlich eine Fruchthöhle ist mit embryonalen Resten. Ca. 8./9. Woche, aber schon nicht mehr intakt. An dieser Stelle sage ich: Gott sei Dank!! Ich hatte solche Angst, dass das der Niere geschadet hat und hatte keine Ahnung, was man jetzt machen könnte. Die Ärzte beruhigten mich damit, dass sie sagten, es wäre Glück im Unglück, dass die Schwangerschaft an Ort und Stelle sitzt und nicht etwa im Eileiter. Denn so kann man sie ohne Kontakt zum Nierchen durch eine Ausschabung entfernen um somit auch einen Infektionsherd auszuschließen. Bei einer Eileiterschwangerschaft hätte man erneut über die Bauchdecke gehen müssen, was sicher nicht so glimpflich abgelaufen wäre.

 

Ich sollte noch am gleichen Tag im OP dran kommen. Darüber war ich froh, denn ich wollte es so schnell wie möglich hinter mir haben, sodass sich dann alle voll aufs Nierchen konzentrieren können.

 

Gegen 16:45 Uhr wurde ich abgeholt und in den OP gefahren, da war es mein Glück, dass ich an dem Tag nichts Essbares runtergebracht hatte. Im Anästhesie-/Aufwach-/Vorbereitungsraum angekommen, hieß es erst, dass ich erst eine Stunde später dran kommen sollte, weil mein Blutverdünner noch nicht lange ausgestellt war. Ich bat die nette Anästhesieschwester auf Station anzurufen und Bescheid zu sagen, sodass meine Mutti sich keine Sorgen macht (wir gingen von einer Stunde Abwesenheit auf) und außerdem auch Stephan Bescheid geben konnte. Schließlich hat er mich nach meiner letzten Ausschabung im Februar 2011 für eine lange Zeit nicht wieder bekommen und war am Freitag dementsprechend besorgt.

 

Plötzlich war ich doch schon eher dran, alles verlief prima und ich war 18 Uhr gut gelaunt und wieder mal sehr durstig (muss wohl eine Folgeerscheinung der Vollnarkosen sein) zurück im Zimmer. Ich war einfach nur erleichtert, dass alles prima verlaufen war. Per Ultraschall wurde das Nierchen kontrolliert und die Durchblutung war weiterhin super. :D

 

Tja, warum die Schwangerschaft nicht bemerkt wurde... Ich war im August bei meiner Gynäkologin, das muss sich zeitlich so überschnitten haben, dass sie noch nichts feststellen konnte. Dass ich einen unregelmäßigen Zyklus hatte, schob ich auf die Dialyse, weil das durchaus normal ist. Auch sonst hatten wir nichts bemerkt. Jetzt im Nachhinein wird mir zwar Einiges klar, aber zu der Zeit war ich so mit der bevorstehenden Transplantation beschäftigt, dass ich kleine Muckerchen einfach der Aufregung zuschrieb.

 

In der Nacht auf Samstag habe ich sehr gut geschlafen.

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Kommentare: 5
  • #1

    wróżki (Montag, 28 November 2016 16:22)

    Picie

  • #2

    psychics text (Dienstag, 29 November 2016 03:30)

    redeployment

  • #3

    sextel (Dienstag, 29 November 2016 15:03)

    atypia

  • #4

    seks tel (Dienstag, 29 November 2016 17:10)

    niewyekspediowanie

  • #5

    love charm (Mittwoch, 30 November 2016 15:51)

    konsensowy

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